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Heinrich Friedrich Karl 
   
Freiherr vom und zum Stein

Geboren am 25. Oktober 1757 
                                                        

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I793 lesen wir im Heinder Kirchenbuch unter der vierten
Eintragung: " Am 8. Juni ist der Königl. Preußische Cammer
Präsident des Herzogtumes Cleve, Herr Heinrich Friedrich Carl
Frei Herr von Stein mit der zweyten Comtesse Tochter Sr.
Exellence des Herrn Reichsgrafen von Wallmoden-Gimborn,
Wilhelmine, Friederike, Reichsgräfin von Wallmoden-Gimborn,
auf ein eingelieferte Concession vom Königl. Großbrit. und Chur-
rstl. Braunschw. Lim. Consist zu Hannover abspue proclamatione
und dimissoriales vom Herrn D. Less als Ersten Hof Prediger
und Consist Rat alhier Copuliret worden.
F. A. Lesher, Past. sen."
                                                            
Über 216 Jahre ist diese Eintragung nun alt.

Stein war zu dieser Zeit 35 Jahre alt, seine Frau 15 Jahre jünger.
Hätte sie ihn wieder geheiratet, wenn sie damals gewußt hätte,
was sie erwartete? Stein fragte 1809 seine Frau: "Ob sie das
umherziehende Leben, das er fortan werde führen müssen, und
das ihrer Gesundheit und der Ausbildung ihrer Kinder nachteilig
sein werde, teilen wolle, schlicht und einfach erklärte, sie
wünsche bald abzureisen, um sich wieder mit ihm zu vereinigen,
wo es auch sei."

Und dabei fing alles nicht so einfach an. Stein stand der mehr
als 3jährigen Bekanntschaft kritisch gegenüber, bis eine
gemeinsame Reise mit der Familie Wallmoden nach Kassel im Februar
1793 zur Verlobung führte.

Stein wurde am 26. Oktober 1757 in Nessau/Lahn als Sohn des
kurmainzischen Geheimrats Karl Philipp und der geistig
hochbedeutenden Henriette Karoline Langwerth von Simmern geboren.
Er studierte nach fromm lutherischer Erziehung von 1773 an in
Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften. 1780 trat Stein
in den preußischen Staatsdienst ein. 1782 wurde er zum Oberberg-
rat befördert und 1784 mit der Oberleitung der westfälischen
Berg- und Hüttenämter betraut.
1793 wurde Stein Kammerdirektor in Cleve und Hamm.

In diesem Jahr heiratete er Wilhelmine Gräfin von Wallmoden-Gimborn.
Nach derHochzeit zog das junge Paar nach Cleve, wo Stein 1795 Präsident
der märkischen Kriegs- und Domänenkammer, 1796 Oberpräsident aller
westfälischen Kammern wurde. Stein führte bergtechnische Verbesserungen
nach sächsischem und mehr noch nach britischen Muster ein.

Es folgten Verbesserungen im Steuerwesen und in der Forstwirtschaft.

Seine Frau Wilhelmine jedoch mußte vom Clever Wohnsitz erst nach
Wesel, dann nach Hannover flüchten, denn feindliche Heere nahmen
von Cleve Besitz. Die Veränderungen der öffentlichen Verhältnisse im
nördlichen Deutschland schienen auch Steins Frau etwas Ruhe zu schaffen.
Mit Plünderungen der Familiengüter und deren Besetzung durch französische
Heere mußte Wilhelmine aber dennoch fertig werden. Mit den fortschreitenden
Jahren wurden die Prüfungen für Wilhelmine immer ernster, immer
drohender. Ihr ganzes äußeres Glück schien unwiederbringlich zerstört.

Nach der verhängnisvollen Schlacht bei Auerstädt mußte Wilhelmine
die Hauptstadt verlassen, alles der Verwüstung preisgeben und
mit ihren Kindern nach Königsberg flüchten. Kaum in Königsberg
angekommen, drohte ein Nervenfieber ihr die jüngste Tochter
Therese zu entreißen. Stein selbst, inzwischen Minister des
Akzise-Zoll-Fabrik und Handelswesen, doch 1807 wegen "Konfliktes"
mit dem Kabinett von Friedrich Wilhelm III. entlassen, zog sich
nach Nassau zurück.

Doch kaum war nach manchen Gefahren und großen Beharrlichkeiten
Nassau erreicht, gab eine lebensgefährliche Krankheit
Steinsseiner Frau neue Aufopferungen auf.
Nach der Genesung verfaßte Stein seine Nassauer Denkschrift:
"Über die zweckmäßige Bildung der Obersten und der Provinzialen,
Finanz- und Polizeibehörden in der preuß. Monarchie."
Auf Anraten K.A. von Hardenbergs und Napoleons wurde Stein im
gleichen Jahr (1807) zum leitenden Minister berufen. Auf den
Rat des nach dem Tilsiter Frieden entlassenen Hardenberg übertrug
der König ihm mit Billigung Napoleons im Oktober mit geradezu
diktatorischer Gewalt die Leitung der gesamten Inneren und
Finanzverwaltung samt dem Vorsitz in der Immediatkommmission.
Der Vorsitz in der außenpolitischen Konferenz, die Mitgliedschaft
in Scharnhorsts Militärreorganisationskommmission und die Unterstellung
aller sonstigen Spitzenressorts und Kommissionen machtenihn faktisch zum
leitenden Staatsmann.

Durch eine Ungeschicklichkeit Steins wurde Napoleon gegen Stein
aufgebracht. Ein Brief an Sayn-Wittgenstein, in dem Stein zur
raschen Räumung des Landes von der französischen Besatzungsmacht
schreibt, wurde abgefangen. Napoleon bestimmte in Erfurt am
23. November 1808 Steins Entlassung. Zuflucht fand die Familie
Stein in Österreich-Brünn, Troppau (1809) und Prag. Im Mai 1812
berief Zar Alexander Stein zu seinem politischen Berater. In
Königsberg wandte sich Stein 1813 mit einem Aufruf zur Erhebung
an die ostpreußischen Stände. In Breslau konnte er den
preußischen König zum Abschluß eines russisch-preußischen
Bündnisses gegen Napoleon bestimmen (Vertrag von Kalisch 28.2.1813).

Der Alltag Wilhelmines blieb auch jetzt nicht ungetrübt. Sie eilte mit
ihren Kindern dem Gatten nach Breslau entgegen und fand ihn hier durch ein
hitziges Nervenfieber schwer krank auf.
Kaum wieder genesen, riefen ihn seine Geschäftsverhältnisse ab.
Auf dem Wiener Kongreß, dem Stein als Berater des Zaren beiwohnte,
zeigte sich Stein als scharfer Kontrahent Metternichs in der deutschen Frage
um die Wiederherstellung der großen Zahl deutscher Einzelstaaten, die er
ablehnte.

1816 zog sich Stein mit 59 Jahren aus dem politischen Leben
zurück und lebte mit seiner Familie erst in Nassau, Ems und
Frankfurt, bis er dann nach Mißhelligkeiten mit der nassauischen
Regierung auf sein 1816 erworbenes Schloß Kappenberg zog.

1819 war Stein (mit Pertz) führend an der Gründung der
"Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde" beteiligt,
die sich durch die Herausgabe der Quellensammlung "Monumenta
Germanica" auszeichnete.

Am 15. September 1819 (42 Jahre) starb seine Frau Wilhelmine.
In einem Nachruf des Freiherr vom Stein ist zu lesen:
"Der Inhalt ihres ganzen Lebens war Glaube, der durch die Liebe
tätig ist, aus diesem entsprangen die Tugenden, die die Verewigte
zierten. Demut, Reinheit, hohes Gefühl für Wahrheit und Recht,
Treue als Mutter und Gattin, Klarheit des Geistes, Richtigkeit
des Urteils. Sie sprachen sich durch ihr ganzes vielgeprüftes
Leben aus und verbreiteten Segen auf alle Ihre Verhältnisse
und Umgebung.
Besaß sie gleich in ihrer Jugend eine ausgezeichnete, edle,
schöne Gestalt, und lebte sie in den Zerstreuungen der großen Welt,
so gab sie doch nie auch das leiseste Gefühl den
Verführungen der Eitelkeit und Gefallsucht, sondern war immer
die fromme, zarte, treue Tochter, Schwester und Gattin in
gleicher Reinheit und Anspruchslosigkeit.
Die Richtung ihres ganzen Wesens ging auf Häuslichkeit, Familien-
leben, Geselligkeit und Ruhe. Sie zu genießen, ward ihr aber
von der Vorsehung nicht beschieden. Gattin eines Gemahls, dessen
Leben der Sturm der Zeit heftig ergriffen hatte, wurden ihre
auf Genuß gerichteten Wünsche und Erwartungen zerstört, sowie
sie sich günstig zu gestalten den Anschein hatten und ihr ganzes
Leben war daher eine Reihe von Entbehrungen, Anstrengungen und
Aufopferungen."

Auf einem ihrer Ringe stand: "DULDEN und ENTBEHREN".
Freiherr von und zum Stein überlebten drei Töchter, so daß er
als Letzter seines Geschlechts am 29. Juni 1831 in Kappenberg starb.
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       Georg Friedrich Menge 
Geboren  am 11.02.1818 in Heinde

                                                               
                                                 

Gleich unmittelbar unter der Rotbuche, zum Eingang der Heinder Kirche,
befindet sich der Grabstein von Lehrer J.G. Menge und seiner Ehefrau Sophie
geb. Bollmann, der 50 Jahre Lehrer in Heinde war.

Oft sind wir vorbeigegangen, ohne die Bedeutung der „alten Grabsteine“ zu
würdigen, oder wahrzunehmen.  Der Grabstein von Lehrer Menge erzählt uns diese Geschichte:

50 Jahre Lehrer in Heinde. Sicher eine lange Zeit, für die heutige Zeit. Die
damalige Schule  im ehemaligen  Küsterhaus, erbaut 1827 gab es noch nicht
und der Unterricht fand an einer mir nicht bekannten Stelle statt.  Vermutlich
wird es im Pfarrhaus  gewesen sein.

Dieser Lehrer Menge hatte einen für Hildesheim berühmten Sohn:
                                                                                    
                                          Georg Friedrich Menge 

Dieser Georg Friedrich Menge war einer der bedeutendsten Stuhlmeister der
Hildesheimer Freimaurerloge. Auf betreiben der Bruderschaft und des
nachfolgenden Stuhlmeisters F.W. Schwemann  stiftete die Loge zu Ehren des
verstorbenen  Stuhlmeisters (12.05.1879) ein Denkmal, welches am 24.Juni
1880 fertiggestellt war. Das meisterhaft ausgeführte Denkmal mit Medaillon in
Bronze  wurde vom Bildhauer Prof.  Künsthardt geschaffen. Es befindet sich
heute rechts neben der Barocktreppe des Logenhauses in der Keßlerstr. 57,
in Hildesheim. 
 
Lebenslauf

Gerog Friedrich Menge wurde am 11. Februar 1818 in Heinde als Sohn eines
Kantors geboren. Er besuchte das Gymnasium  Andreanum  in Hildesheim, 
studierte in Göttingen Jura und wurde nach bestandenem Examen  bei der
Justizkanzlei in Hildesheim als Kanzleisekretär angestellt.  Daneben war er 30
Jahre lang Sekretär beim Armen-Administrationskollegium .  G.F. Menge war
einer der bedeutendsten Stuhlmeister der Hildesheimer Freimaurerloge.


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   Carl Huter
   1861 - 1912  
                                           
         






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Ein Lebenslauf von Carl Huter

Am 09. Oktober 1861 wurde Car Huter in Heinde als Sohn des
Wasserbaumeister Conrad Huter und Johanne Laffert geboren.

1866 bis 1868 entdeckte Huter primäre und polare Naturelltypen
an den Bewohner in Heinde.

Dann starb sein Vater. Carl Huter kam zu kinderlosen Verwandten
mit einem kleinen bäuerlichen Hof in einem Nachbarort.

1880 beendete Huter seine Lehre bei einem Dekorations- und
Kunstmaler in Hildesheim. Er ließ sich bis 1885 in Berlin, Dresden
und Leipzig zum Portätmaler ausbilden. Carl Huter wurde 1884
Mitglied der “Gesellschaft für harmonische Philosophie”. Bis 1912
folgten Vorträge in allein Teilen Deutschland.

Dr. med. Quel, Mühlheim, schrieb 1899 über Huter:
“Er besitzt die seltene Gabe, in der Erforschung der Natur bis in
ihre geheimsten Schlupfwinkel zu folgen, sie mit dem schärfsten
Kritizismusund Skeptizismus zu zerlegen, um im nächsten Augenblick
die zerstreutenBausteine der Wissenschaft auf allen gebieten
menschlicher Geistarbeit zu einem harmonischen Ganzen
zusammenzufassen”.

Von 1885 bis 1891 lebte Huter als Kunst- und Porträtmaler in
Hildesheim, Braunschweig und Wolfenbüttel. Gleiczeitig lief der
wissenschaftliche Ausbau der Psycho-Physiognomik und
Vortragstätigkeit.

1892 erkrankte Huter an Halskrebs und siedelte nach Bremen zu
einem Spezialarzt über. Er studierte unterschiedliche Methoden
der Heilkunst.
1893 zog Huter nach Hannover. Hier fanden naturwissenschaftliche
und physiologische Forschungen statt. 1897 eröffnete er eine
eigene Kuranstalt In Detmold. Von 1898 bis 1909 erfolgten die
Publikationen der meisten umfangreichen Schriften über heilkundliche
psycho-physiognomisch philosophische, ethische und heilkundliche
Themen. In fünf Bänden kam die “Menschenkenntnis durch Körper-,
Lebens-, Seelen - und Gesichtsausdruckskunde” auf neuere
wissenschaftlichen Grundlagen.
Dieses Werk war die grundlegende Arbeit Huters für ein neues
Welt-, Natur-, und Lebensverständnis.
Der Mensch wurde in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt.

1912 starb Huter am 04. Dezember an Herzversagen. 




                                                                                                               
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